Explosivstoffanalytik.de
Qualitätskontrolle und Detektion von Explosivstoffen
Professionelle Analytik für Sicherheit, Performance und Umwelt
Unabhängiges Labor
Schnelle Bearbeitung
Moderne analytische Methoden
ERLAUBNIS §7 SPRENGG
Sicherheit durch Analytik: Explosivstoffe im Fokus
Explosivstoffe und energetische Formulierungen unterliegen strengen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen – doch Rohstoffreinheit und chemische Stabilität können variieren. Wir bieten präzise Quantifizierungen der Hauptkomponenten, screenen auf Zersetzungsprodukte sowie prozessbedingte Verunreinigungen und bestimmen Spuren von Schwermetallen oder flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs).
Sie erhalten einen detaillierten Prüfbericht zur Validierung Ihrer Chargen, zur Bewertung der chemischen Verträglichkeit und zur Gewährleistung der Handhabungssicherheit.
Laborreport für Explosivstoffe: Prüfung auf relevante Inhalts- und Fremdstoffe, Sensitivitäten und Stabilitäten
Für Wareneingang, Chargenfreigabe, Entwicklung, Klassifizierung, Detektion, Entsorgung – schnell, diskret und dokumentiert.
Bestimmung der Inhaltsstoffe
Die Reinheit bestimmt die Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen , da Verunreinigungen unvorhersehbare chemische Reaktionen auslösen und das Risiko einer ungewollten Detonation massiv erhöhen können. Nur bei exakter Kenntnis der Inhaltsstoffe lassen sich die Freisetzungsrate der Energie und die Oxidationsprozesse präzise steuern, was für eine konstante Schubkraft bei Treibstoffen oder eine definierte Sprengkraft unerlässlich ist

PETN
Mengenmäßig einer der wichtigsten Sekundärexplosivstoffe. Als Zündstoff, Booster oder in Sprengschnüren, ist PETN nicht wegzudenken.
RDX / HMX
Die präzise quantitative Unterscheidung der militärischen Sekundärexplosivstoffe RDX (Hexogen) und HMX (Oktogen) ist essenziell für die Bewertung der thermischen Stabilität und Leistungscharakteristik hochenergetischer Formulierungen
TNT
Der energetische schmelzgießbare Füllstoff TNT bleibt einer der wichtigsten Grundstoffe der Pyrotechnik und Wehrtechnik. Doch die Qualität steht und fällt mit der Reinheit. Während der Synthese können toxische Nebenprodukte entstehen, die nicht nur die chemische Stabilität beeinflussen, sondern auch ökologische Herausforderungen darstellen. Die EMTO GmbH nutzt modernste Verfahren, um diese Verunreinigungen im Spurenbereich nachzuweisen und so eine sichere Handhabung und Lagerung zu gewährleisten.
HNS
Der alte, neue Risning Star wird immer häufiger eingesetzt sowohl als hochtemperaturstabiler Sekundärexplosivstoff (HNS Typ-2) als auch als Zündstoff in (L)EFI (HNS Typ-4). Wir bieten zusätzlich zur Reinheitsbestimmung auch Partikelgrößenmessungen und die Messung der spezifischen Oberfläche mittels BET an.
Pikrate / Styphnate
Pikrinsäure in Schulen oder Apotheken. Wir bestimmen sowohl die Reinheit als auch den Wassergehalt. Bleistyphnat als auch K2Ca-Syphnate sind immer noch Hauptbestandteil in Anzündmischungen.
Bestimmung von Additiven
Nahezu alle Explosivstoffe sind Teil einer komplexen Mischung. Ob An-oder Zündmischungen, plastifizierte Sprengladungen oder pyrotechnische Mischungen. Sie haben Interesse an der Aufklärung von Additiven, Kontaminantien oder auch an Reverse Engineering von Produkten ihrer Konkurrenz. Zögern Sie nicht unsere Expertise zu nutzen..

Weichmacher
In der Explosivstoffchemie und insbesondere bei der Herstellung von Treibladungen und kunststoffgebundenen Sprengstoffen (PBX – Plastic Bonded Explosives) spielen Weichmacher eine entscheidende Rolle. Sie dienen primär dazu, die physikalischen Eigenschaften der Mischung zu optimieren, ohne die energetische Leistung negativ zu beeinflussen.
In Treib- und Explosivstoffen werden energetische Weichmacher wie Nitroglycerin oder BTTN sowie inerte Stoffe wie Dioctyladipat (DOA) oder Phthalate eingesetzt, um die Sprödigkeit des polymeren Binders zu verringern. Die Kenntnis der Art und Menge ist entscheidend, da sie die mechanische Integrität des Korns über einen weiten Temperaturbereich sowie die chemische Stabilität und das Abbrandverhalten direkt beeinflussen. Zu hohe Konzentrationen können zur Migration des Weichmachers an die Oberfläche führen, was die Lagerfähigkeit beeinträchtigt, während eine falsche Auswahl die Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Reizen drastisch erhöhen kann.

Farbstoffe und Duftstoffe
Taggierung und Identifizierung (Markierung): Dies ist der wichtigste rechtliche Grund. Seit dem Montrealer Übereinkommen von 1991 müssen plastische Sprengstoffe mit Markierungsstoffen versetzt werden.
Detektierbarkeit: Viele moderne Sprengstoffe (wie C4 oder Semtex) haben einen sehr niedrigen Dampfdruck und sind für Spürhunde oder elektronische „Sniffer“ kaum wahrnehmbar.
Geruchsstoffe (Tagging): Stoffe wie DMNB (2,3-Dimethyl-2,3-dinitrobutan) werden beigemischt. DMNB hat einen charakteristischen Dampfdruck, der von Detektionsgeräten an Flughäfen leicht erkannt wird.
Forensik: Manchmal werden Farbstoffe oder mikroskopisch kleine, mehrfarbige Kunststoffplättchen (Taggants) beigemischt. Diese überstehen die Detonation und erlauben es Ermittlern, Charge, Hersteller und Verkaufsdatum exakt zurückzuverfolgen.
Typisierung: Verschiedene Sprengstofftypen (z. B. militärisch vs. zivil oder verschiedene Zündempfindlichkeiten) werden unterschiedlich eingefärbt, um Handhabungsfehler vor Ort zu vermeiden.
Homogenitätskontrolle: Bei der Herstellung von Mischungen (z. B. kunststoffgebundene Sprengstoffe, PBX) hilft die Farbe zu erkennen, ob die Komponenten vollständig und gleichmäßig vermischt sind. Eine ungleichmäßige Färbung deutet auf „Nester“ hin, die unvorhersehbares Detonationsverhalten zeigen könnten.
In manchen Fällen fungieren Farbstoffe als chemische Sensoren. pH-Wert-Änderung: Wenn Sprengstoffe (besonders Salpetersäureester wie Nitroglycerin) altern, entstehen saure Zersetzungsprodukte. Spezielle Farbstoffe können durch einen Farbumschlag anzeigen, dass die chemische Stabilität nicht mehr gewährleistet ist und der Stoff gefährlich wird.
Geruchsstoffe können auch dazu dienen, den Umgang mit illegalen Substanzen zu erschweren oder deren Entdeckung durch den Menschen (nicht nur durch Hunde) zu provozieren, falls ein Leck in einem Lager auftritt – ähnlich wie die Odorierung von Erdgas.

Metalle
Die Bestimmung des Metallgehalts in Explosivstoffproben ist aus mehreren wissenschaftlichen und sicherheitstechnischen Gründen von zentraler Bedeutung.
Leistungssteigerung: Vielen modernen Explosivstoffen werden Metallpulver (häufig Aluminium, Magnesium oder Bor) zugesetzt, um die Detonationsenthalpie zu erhöhen.
Oxidation: Die Metalle reagieren mit den gasförmigen Detonationsprodukten. Dies führt zu einer stark exothermen Nachverbrennung, die die Druckwelle verlängert (daher der Einsatz in Thermobaric Weapons). Nur wenn der Metallgehalt exakt eingestellt ist, erreicht der Sprengstoff die berechnete spezifische Energie.
Stabilität und Lagerfähigkeit: Metalle können als Katalysatoren für den thermischen Zerfall wirken. Spuren von Übergangsmetallen (wie Eisen oder Kupfer) können die Zersetzung von Nitrokörpern beschleunigen.
Feuchtigkeit: Bestimmte Metallzusätze können mit eindringender Feuchtigkeit unter Wasserstoffbildung reagieren, was zu einem gefährlichen Druckaufbau in gelagerten Gebinden führt.
Empfindlichkeit: Der Metallgehalt beeinflusst direkt, wie ein Stoff auf äußere Reize reagiert. Harte Metallpartikel können „Hot Spots“ erzeugen. Durch Reibung an den Metallkanten steigt die lokale Temperatur punktuell so stark an, dass die Aktivierungsenergie für die Detonation erreicht wird.
Elektrostatik: Metallpulver verändern die elektrische Leitfähigkeit der Mischung, was die Gefahr einer unbeabsichtigten Zündung durch elektrostatische Entladung (ESD) erhöhen oder verringern kann.
Analytische Herausforderung
Hier kommt meist die ICP-OES (Induktiv gekoppeltes Plasma mit optischer Emissionsspektrometrie) oder die AAS zum Einsatz, um die Elementzusammensetzung quantitativ zu bestimmen.
Methoden
Unsere Analytik kombiniert standardisierte Probenvorbereitung, LC-MS/MS, GC-MS, ICP-OES, NMR, IC, UV-Vis, IR, Raman, Elementaranalytik mit klar dokumentiertem Reporting.
Zur Messung der Sensitivitäten benutzen wir BAM Fallhammer, BAM Reibe Apparat, ESD Tester, Koenen Stahlhülsentest, DSC, DTA und TGA.
Für die Analyse von Partikeln: Laser Beugung, DLS, Elektronenmikroskopie, (Licht)Mikroskopie, Flowability Setup, etc..
Probenvorbereitung
Wir analysieren unterschiedlichste Explosivstoff-Matrizes – von Pulver über Extrakte bis zu Composite Materialien und Bodenproben. Durch spezialisierte Probenvorbereitung und routinemäßige Qualitätskontrollen sichern wir reproduzierbare Ergebnisse.
LC-MS/MS
Tandem-Massenspektroskopie gilt als Goldstandard für gezielte Quantifizierung. Wir verwenden isotopenmarkierte interne Standards, um Matrixeffekte sowie instrumentelle Einflüsse zu kompensieren. Flüchtige Proben analysieren wir für Sie mittels GC-MS.
ICP-OES / AAS
Für die Bestimmung von Metallen im Spurenbereich setzen wir ICP-OES mit breitem Elementspektrum ein. Damit erfassen wir relevante Schwermetalle auch bei komplexen Matrizes zuverlässig. Geht es um die wiederkehrende quantitative Analyse eines Metalls bietet sich die Atom-Absorptions-Spektroskopie an.
q-NMR
Wir benutzen modernste NMR Geräte um Ihr gelöste Probe zu analysieren. Ob qualitativ oder quantitativ mittels q-NMR in unterschiedlichsten deuterierten Lösemittel (z.B. d6-DMSO, d6-Aceton, CDCl3 oder D2O)
Sensitivitäten und Stabilitäten
Die Schlagemfindlichkeit und Reibempfindlichkeit sind wohl die wichtigsten Parameter zur Bestimmung der mechanischen Empfindlichkeit. Wir bestimmen für Sie nach den BAM Regularien. Außerdem erhalten Sie bei uns eine Bestimmung der Empfindlichkeit gegenüber elektrostatischer Entladung, eine Durchführung des Koenen Tests mit genauer Video- und Fotodokumentation, als auch eine Reihe von thermischen Analyseverfahren.

Schlagempfindlichkeit
Messung der Schlagempfindlichkeit nach BAM. Auswertung 1/6, 1/20, Bructon oder Probit Auswertung.
Der BAM-Fallhammer ist ein standardisiertes Prüfgerät zur Bestimmung der Schlagempfindlichkeit von festen, flüssigen oder pastösen Explosivstoffen. Dabei wird ein definiertes Fallgewicht aus unterschiedlichen Höhen auf eine Stoffprobe fallen gelassen, um die spezifische Schlagenergie in Joule zu ermitteln, bei der eine Reaktion eintritt.

Reibeempfindlichkeit
Bestimmung am BAM-Reibetester. Auswertung 1 aus 6, 1 aus 20, Bruceton- oder Probit-Analyse.
Der BAM-Reibetester dient zur Bestimmung der Reibempfindlichkeit von energetischen Stoffen, indem eine kleine Probe zwischen einem feststehenden Porzellanfustel und einem beweglichen Porzellanreibeteller einer definierten Belastung ausgesetzt wird. Über die Variation der Stiftbelastung (in Newton) wird ermittelt, bei welcher Kraft die Substanz mit Knall, Knistern oder Entflammung reagiert.

Elektrostatische Empfindlichkeit
ESD Untersuchung am OZM XSpark10 (gedämpfter oder oszillierender Modus).
Der OZM XSpark ESD Tester ist ein hochpräzises Laborsystem zur Bestimmung der Empfindlichkeit von energetischen Materialien gegenüber elektrostatischen Entladungen (ESD). Durch die Simulation von Funkenentladungen mit variabler Energie im Millijoule-Bereich wird ermittelt, ab welcher Zündenergie eine Probe (fest oder pulverförmig) reagiert, um Sicherheitsrisiken bei der Handhabung oder Produktion zu bewerten.

Konen Stahlhülsentest
Der Koenen-Test dient zur Bestimmung der thermischen Empfindlichkeit von Stoffen unter hohem Einschluss, indem die Probe in einer genormten Stahlhülse mit einer definierten Düsenplatte erhitzt wird. Über eine Versuchsreihe mit unterschiedlichen Düsendurchmessern wird der Grenzdurchmesser ermittelt, bei dem die Hülse durch eine Explosion zerstört wird. Dieses Verfahren ist ein entscheidendes Kriterium für die Einstufung von Stoffen in die Gefahrengruppen der organischen Peroxide oder selbstzersetzlichen Stoffe.

DSC
Die Dynamische Differenzkalorimetrie (DSC) ist ein thermisches Analyseverfahren, das den Unterschied im Wärmestrom zwischen einer Probe und einer Referenz während eines kontrollierten Temperaturprogramms misst. Damit lassen sich physikalische Phasenumwandlungen wie Schmelzpunkte, Glasübergänge sowie Zersetzungsreaktionen präzise quantifizieren.
DTA
Die Differenz-Thermoanalyse (DTA) ist eine sehr robutse auch für Explosivstoffe geeignete Methode und misst die Temperaturdifferenz zwischen einer Probe und einer inerten Referenzsubstanz, während eines kontrollierten Aufheizprogramms . Treten in der Probe thermische Effekte wie Phasenübergänge oder chemische Reaktionen auf, äußert sich dies in charakteristischen Abweichungen (Exothermen oder Endothermen) von der Basislinie.
TG
Die Thermogravimetrie (TGA) ist ein analytisches Verfahren, bei dem die Massenänderung einer Probe als Funktion der Temperatur oder der Zeit unter einer kontrollierten Atmosphäre kontinuierlich gemessen wird. Mit dieser Methode lassen sich thermische Stabilitäten, Zersetzungsmechanismen sowie der Gehalt an anorganischen Komponenten in einer Substanz präzise bestimmen.
Fragen?
Antworten zu Probenannahme, Bearbeitungszeit und Ergebnisbericht. Für Rückfragen kontaktieren Sie uns gerne – wir melden uns zeitnah.
Analyse anfragen
Zur Bearbeitung benötigen wir Informationen zur Probe und dem gewünschten Untersuchungsumfang. Im Anschluss erhalten Sie ein unverbindliches Angebot.
Wir melden uns in der Regel innerhalb von zwei Werktagen zurück.

